Die pädagogische Arbeit im Kindergarten St. Josef

Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist es, die Kinder in ihrem natürlichen Bildungsdrang und in ihrer Selbsttätigkeit zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heranreifen zu lassen.

 

Der Begriff Bildung erklärt sich für uns über unser Verständnis vom Kind als eigenaktiv lernendes Wesen. Bildung wir durch die Faktoren genetische Anlagen, soziales Umfeld und aktive Selbststeuerung bedingt. In der tätigen Auseinandersetzung mit Menschen, Situationen und Dingen in seinem Lebensumfeld schafft sich das Kind ein Bild von der Welt. Dies geschieht in einem ganzheitlichen, aktiven, komplexen und nie abgeschlossenen Prozess. Erwachsene, Kinder und Umwelt sind auf diesem Bildungsweg die Wegweiser und Begleiter.

 

 „Die Aufgabe der Umgebung ist nicht ,das Kind zu formen,

sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“ 

  Maria Montessori


Die offene Arbeit unserer Einrichtung

 

Jedes Kind ist einzigartig!

Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo und benötigt zu seiner individuellen Zeit individuelle Unterstützung in seiner Entwicklung. Es ist ein autonom handelndes Wesen, dass seine Identität durch seine Wirklichkeitskonstruktion entwickelt = es ist Akteur seiner Entwicklung.

 

Das ist der Hauptgrund, aus dem wir die pädagogische Arbeit mit den Grundzügen der offenen Arbeit weiterentwickelt haben. Unsere Struktur passt sich den Kindern an und hat als Grundlage die Menschen- und Kinderrechte.

 

 Offene Arbeit ist eine Grundeinstellung des Zusammenlebens speziell mit Kindern. Es bedeutet, offen zu denken, offen zu sein für neue Blickwinkel und Perspektiven, für Umdenken und Handlungsveränderung.

Zudem respektiert offene Arbeit das Selbstbestimmungsrecht und das Recht auf Beteiligung der Kinder.

Im Kern geht es um die Unterstützung der Entwicklung sozialer Verantwortung als Teil der persönlichen Freiheit.

Abgebildet auf den gesellschaftlichen Kontext und Auftrag ist gerade die Entwicklung der sozialen Verantwortung und der Gemeinschaftsfähigkeit von Kindern unsere Hauptaufgabe.

 

Unser Ziel ist es, das Streben der Kinder nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung zu unterstützen, ihnen alle erdenklichen Chancen einzuräumen, sich in der Gemeinschaft wohl zu fühlen, sich nützlich zu machen und wirksam zu sein.

Dies entspricht dem Respekt vor dem Grundbedürfnis eines jeden Menschen, sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen und Gemeinschaft positiv mitzugestalten.

 

Mit unserer Weise der offenen Arbeit leisten wir einen Beitrag zur Emanzipation:

Ø  So selbstbestimmt wie möglich leben, für sich und für die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen

 

Mit den Kindern leben wir im Alltag unsere Beziehung von Mensch zu Mensch.

Kinder kommen mit einem umfassenden Potential an Kompetenzen ins Leben. Unser Auftrag ist es, die Beziehung und den Raum zu bieten, diese Kompetenzen in ihrer Vielfältigkeit in dem Kind angemessenen Tempo entfalten zu dürfen.

Die offene Arbeit bietet den Kindern und uns dafür die aus unserer Wahrnehmung und Erfahrung heraus beste Möglichkeit.

Für unseren pädagogischen Alltag ist von zentraler Bedeutung:

 

Ø  Sensibilisierung der Wahrnehmung (Welches Kind benötigt wann was? Was benötigt die Gemeinschaft?)

 

Ø  Ermutigung und Begleitung in der Bewältigung seiner Entwicklungsaufgaben

 

Ø  Konsequente Achtsamkeit

 

Ø  Veränderungsbedarfe aufspüren

 

Ø  Neues erproben

 

Ø  Den Kindern und Erwachsenen neue Erfahrungen ermöglichen

 

Ø  Kooperation und gemeinsame Nutzung aller Ressourcen

 

Ø  Die Stärken stärken

 

 

Selbstverständlich tragen wir als erwachsene Erzieher die Verantwortung für den pädagogischen Alltag und dem, was geschieht. Dies gilt ganz besonders für die Gestaltung von Beziehung. In kompetenter und verantwortungsbewusster Weise begleiten und unterstützen wir die Kinder, im Alltag der Kita anzukommen und ihren Tag zu gestalten. Wir leiten sie an, Beziehung zu anderen Kindern und Erzieherinnen zu entwickeln.

Durch intensiver Zuwendung, insbesondere in der Eingewöhnung oder in Umbruchsituationen sorgen wir dafür, dass die Kinder schnell Vertrauen in die neue Situation, zu uns und in die Kita fassen. Dies ist Grundlage dafür, sich mutig und frei den Entwicklungsaufgaben zu stellen.

Selbstverständlich steht auch hier der Respekt vor dem individuellen Entwicklungstempo, dem individuellen Sein und dem Umgang damit im Vordergrund.

In regelmäßiger intensiver Kommunikation und Kooperation reflektieren und planen wir den pädagogischen Alltag in der gemeinsamen Verantwortung für alle Kinder.

 

Für die räumliche und organisatorische Struktur bedeutet dies:

 

Ø  Platz für Bewegungsfreiheit schaffen

 

Ø  Bewegungsräume bieten

 

Ø  Gemeinsame Nutzung aller Ressourcen mit der Bereitschaft zum Loslassen

 

Ø  Wahrnehmung der gemeinsamen Verantwortung für alle Kinder

 

Ø  Klar geregelte Zuständigkeiten  für die Mitarbeiterinnen

 

Ø  Flexibilisierung der Einrichtung, um auf Entwicklungsaufgaben reagieren zu können

 

Rückblickend auf die Erfahrungen in der täglichen pädagogischen Arbeit können wir feststellen, dass die Kinder die Funktionsräume sehr gut annehmen. Sie können sowohl ihren Bedürfnissen und Interessen nachgehen, bewegen sich dennoch frei im Haus und verlieren dabei nicht ihre Wissbegierde und Entdeckerlust. Im Gegenteil – diese haben sich merklich bei allen gesteigert!

Die sozial- emotionale Entwicklung darf hierbei auch nicht außer Acht gelassen werden. Die Kinder erfahren in der täglichen Auseinandersetzung miteinander eine Streitkultur, die das Selbstbewusstsein stärkt. Nur durch eigene Erfahrungen ist es den Kindern möglich zu lernen. Dabei richten wir uns nach dem Grundsatz von Maria Montessori:

 

„Hilf mir es selbst zu tun“

 

Die Erzieherinnen können anhand der Beobachtungen individuell auf jedes einzelne Kind und dessen Bedürfnisse eingehen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir jeden Tag in strahlende Kindergesichter schauen, die uns ganz klar signalisieren, dass die Kita ein Ort ist, in dem sie sich wohl fühlen und den sie gerne besuchen.

Somit sind wir der festen Überzeugung, dass die offenen Arbeit unserer Kita sowohl den Entwicklungsbedürfnissen der Kinder als auch den Anforderungen durch Gesellschaft und staatlichen Aufgaben gerecht wird.

 

 

Die Rolle des Erziehers

 

Erziehungsarbeit ist Beziehungsarbeit. Wir möchten uns den Kindern als Bezugspersonen im Kindergarten anbieten, die sie in ihrer Entwicklung begleiten. Dies geschieht als Ergänzung des elterlichen Erziehungsauftrags in Zusammenarbeit mit der Familie. Ein Kind lernt viel über Identifikation und Nachahmung. Dabei kommt der Persönlichkeit des Erziehers in seiner Vorbildfunktion eine entscheidende Bedeutung zu. Unsere Aufgabe ist es, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen aber auch ihm gegenüber zu verdeutlichen. Dies erfordert eine Haltung, die von Echtheit und gegenseitiger Akzeptanz bestimmt ist. Erziehungsarbeit ist sehr vielschichtig. Es gilt durch Beobachtung die Fähigkeiten des Kindes zu erkennen und ihm Hilfestellung zu geben, die seinem Wunsch nach Selbstständigkeit entgegenkommen. Die Notwendigkeit, individuelle Bedürfnisse mit den Belangen der Gruppe zu koordinieren, erfordert von der Erzieherin ein hohes Maß an Einfühlsamkeit und Flexibilität.

 

Neben der pädagogischen Arbeit mit dem Kind hat die Erzieherin viele weitere Aufgaben, die ein hohes Maß an Engagement und persönlichem Einsatz erfordern. Um ihren besonderen Auftrag dauerhaft erfüllen zu können, nehmen alle Mitarbeiterinnen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil.

Kontakt

Katholischer Kindergarten St. Josef Nauort

Klosterstraße

56237 Nauort

 

Telefon 02601-2444

Email

KiTa-Nauort@t-online.de

 

Leitung: Silke Gelhard